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FIFO (First In, First Out): Lagerprinzip, Umsetzung und typische Fehler

FIFO (First In, First Out) regelt die Reihenfolge, in der Bestände das Lager verlassen: Das zuerst eingelagerte Material wird zuerst entnommen und verarbeitet oder ausgeliefert. So bleibt keine ältere Ware liegen, bis sie an Wert verliert, abläuft oder die Qualität leidet. FIFO ist ein Grundbaustein der Lagerlogistik und eng mit Chargenverwaltung, Bestandssteuerung und Qualitätssicherung verknüpft.

Warum ist FIFO wichtig?

FIFO verhindert, dass ältere Bestände im Lager überaltern, ablaufen oder still an Qualität verlieren. Bei verderblichen Gütern, Chargen mit Ablaufdatum und regulierten Produkten ist es kein operativer Standard, sondern eine Compliance-Anforderung. Zugleich ist FIFO die zeitliche Grundlage jeder lückenlosen Chargenverfolgung, ohne die ein Rückruf teuer und unpräzise wird.

Wann ist FIFO zwingend, wann reicht LIFO?

FIFO ist immer dann nötig, wenn Bestände über die Zeit an Nutzwert verlieren: Lebensmittel, Pharma, Kosmetik, alternde Kunststoffgranulate, Farbchargen oder Rohstoffe mit Verfallsdatum.

 

LIFO (Last In, First Out) ist dagegen für homogene, langlebige Güter ohne Haltbarkeit vertretbar, etwa Baustoffe oder Stahlprofile, und punktet mit Flächeneffizienz. In Mischsortimenten lassen sich beide Prinzipien in getrennten Lagerbereichen parallel fahren. Ein sauberer, bedarfsgenauer Materialfluss stützt zudem eine kurze Lead Time.

Wie unterscheidet sich FIFO von FEFO?

FEFO (First Expired, First Out) priorisiert nicht den Einlagerungszeitpunkt, sondern das früheste Ablaufdatum. Das klingt ähnlich, führt aber zu anderen Entnahmereihenfolgen: Hat eine spätere Lieferung eine kürzere Restlaufzeit als eine frühere, greift FEFO zuerst auf die neue Charge. FEFO ist die präzisere Methode bei stark schwankenden Haltbarkeiten, etwa in Pharma und Lebensmittelproduktion. Wer FIFO nutzt und annimmt, ältere Ware habe automatisch das früheste Ablaufdatum, riskiert Qualitätsverluste bei ungleichen Chargen. Am Wareneingang stützt die Sichtprüfung die richtige Kennzeichnung.

Welche Fehler entstehen bei der FIFO-Umsetzung?

Die häufigsten Fehler sind operativ, nicht konzeptionell: fehlende Kennzeichnung ohne Einlagerdatum, Nachfüllen von vorne statt physischer Trennung über Durchlaufregale und gemischte Chargen derselben Artikelnummer auf einem Platz.

 

In der Lebensmittelbranche fordert die EU-Verordnung (EG) Nr. 178/2002 eine vollständige Rückverfolgbarkeit, GMP-Anforderungen in der Pharma setzen eine dokumentierte Entnahmereihenfolge voraus. FIFO-Konformität lässt sich bei einem Audit und bei Begehungen prüfen, und Abweichungen sollten sofort korrigiert werden, nicht erst beim nächsten Qualitätsproblem.

FIFO vs LIFO vs FEFO im Überblick

Drei Entnahmeprinzipien, sortiert nach Reihenfolgekriterium.

AspektFIFOLIFOFEFO
Reihenfolge nachEinlagerungszeitpunktZuletzt eingelagert zuerstFrühestes Ablaufdatum
Passt zuVerderbliche Güter, ChargenLanglebige, homogene GüterStark schwankende Haltbarkeit
ZielÜberalterung vermeidenFlächeneffizienzAblauf-Risiko minimieren
ComplianceRückverfolgbarkeitMeist unkritischHöchste Präzision

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