Qualitätssicherung (QS): Definition, Aufgaben und Abgrenzung zur Qualitätskontrolle
Qualitätssicherung ist die Arbeit, die Fehler verhindert, bevor das erste Teil entsteht: die Prozesse, Standards und Prüfungen, die vorab eingebaut werden. Oft wird sie mit der Qualitätskontrolle gleichgesetzt, doch die Qualitätskontrolle ist die andere Hälfte, die Fehler nachträglich findet. Die Qualitätssicherung verhindert, die Qualitätskontrolle entdeckt.
Warum ist Qualitätssicherung wichtig?
Qualitätssicherung hält Fehler davon ab, überhaupt erst ins Produkt zu geraten, statt sie später bei der Endprüfung oder beim Kunden zu finden. Ohne sie tauchen Probleme als Ausschuss, Nacharbeit, Rückrufe und Gewährleistungsfälle auf, die alle weit mehr kosten als ihre Vermeidung. Sie ist zugleich das Rückgrat der Konformität mit Normen wie ISO 9001 und den Audits, die dazugehören.
Was deckt Qualitätssicherung ab?
Die Qualitätssicherung ist um den Prozess herum gebaut. Sie plant Qualität in die Arbeitsweise ein, statt sie am Ende hineinzuprüfen:
- Definierte Abläufe und Standards, damit der richtige Weg der dokumentierte Weg ist.
- Prozesslenkung, die Streuung innerhalb der Grenzen hält, bevor Ausschuss entsteht.
- Lieferantenqualifizierung, damit Fehler nicht schon mit dem Wareneingang ankommen.
- Schulungen und Audits, die das System über die Zeit wirksam halten.
Wie unterscheidet sich QS von Qualitätskontrolle?
Die Qualitätssicherung ist das System, das die Entstehung von Fehlern verhindert. Die Qualitätskontrolle prüft das Ergebnis und erkennt die Fehler, die im Prozess nicht verhindert wurden, mit Werkzeugen wie Regelkarten oder Statistical Process Control. Die QS ist vorausschauend und prozessweit, die Kontrolle reaktiv und produktbezogen. Beide Funktionen sind nötig. Wer sie gleichsetzt, verlagert die Qualitätsverantwortung an das Ende der Fertigung, statt sie im Prozess zu verankern. In der Software läuft die technische Seite über Computer Aided Quality Assurance.
Qualitätssicherung vs Qualitätskontrolle
Sechs Merkmale, an denen sich beide unterscheiden lassen
| Aspekt | Qualitätssicherung (QS) | Qualitätskontrolle (QK) |
|---|---|---|
| Zielsetzung | Bedingungen schaffen, unter denen Fehler gar nicht erst entstehen | Feststellen, ob das Ergebnis die Anforderung erfüllt |
| Gegenstand | Verfahren, Qualifikation, Lieferanten, Dokumentation | Einzelteil, Charge, Messwert |
| Zeitpunkt | Vor und während der Fertigung | Nach dem Arbeitsschritt oder am Ende der Linie |
| Typische Tätigkeit | Prozesse festlegen, Lieferanten freigeben, schulen, auditieren, Prozessfähigkeit nachweisen | Messen, prüfen, Stichproben ziehen, Ergebnisse gegen Toleranz bewerten |
| Bei einer Abweichung | Ursache suchen und den Prozess ändern, damit sie nicht wiederkehrt | Teil sperren, nacharbeiten oder aussortieren |
| Verhältnis | Setzt den Rahmen, in dem geprüft wird | Liefert die Daten, mit denen die QS den Prozess nachschärft |
Verwandte Begriffe
- First Article Inspection / Erstmusterprüfung – ein QS-Tor vor der Serie.
- IATF 16949 Zertifizierung – die Automobil-Qualitätsnorm.
- Sichtprüfung – eine gründende Prüfart der Kontrolle.
- DPMO – eine Fehlerkennzahl, die die QS senkt.
- CAPA (Corrective and Preventive Action)
- Compliance-Audit
Weiterlesen
- QMS-Software – digitales Qualitätsmanagement