Time to Market (TTM): Definition und Abgrenzung zur Durchlaufzeit
Time to Market, kurz TTM, ist die Zeit, die es braucht, von der Produktidee bis zu etwas, das Kunden tatsächlich kaufen können. Sie misst die Entwicklungsgeschwindigkeit. Leicht zu verwechseln mit der Durchlaufzeit, doch die Durchlaufzeit betrifft das Fertigen und Liefern eines bestehenden Produkts, während Time to Market ein neues überhaupt erst dorthin bringt.
Warum zählt Time to Market?
Time to Market zählt, weil das erste glaubwürdige Produkt in einem Markt oft den Preis setzt und den Anteil nimmt, bevor Wettbewerber ankommen. Ein Start, der sich verschiebt, kann das Fenster ganz verpassen, während ein langer Entwicklungszyklus Kapital bindet, das nichts verdient, bis das Produkt ausgeliefert wird. Schnell dorthin zu gelangen, ohne bei der Qualität abzukürzen, ist ein unmittelbarer Wettbewerbsvorteil.
Was steht bei Time to Market auf dem Spiel?
Früh oder spät anzukommen, bewegt echtes Geld:
- Frühe Anbieter nehmen Anteil und setzen den Preis, bevor Wettbewerber ankommen.
- Ein später Start kann das Fenster verpassen, das ein Markt geöffnet hat.
- Längere Entwicklung bindet Kapital ohne bisherige Rückflüsse.
- Schlecht gemachte Geschwindigkeit liefert Fehler aus, TTM zählt also nur, wenn die Qualität hält.
Wie unterscheidet sich Time to Market von der Durchlaufzeit?
Time to Market umfasst die Entwicklung: Konzept, Design, Validierung, Start.
Die Durchlaufzeit umfasst das Fertigen und Liefern eines Produkts, das bereits existiert.
Ein strukturierter Startprozess wie APQP verkürzt Time to Market, ohne bei der Qualität abzukürzen, die Rückrufe verursacht, und ein Quality Gate hält die Geschwindigkeit davon ab, Ecken abzuschneiden.
Time to Market vs Durchlaufzeit
Beide Kennzahlen messen Tempo, aber an verschiedenen Stellen der Wertschöpfung
| Aspekt | Time to Market | Durchlaufzeit |
|---|---|---|
| Zeitraum | Von der Produktidee bis zur Marktverfügbarkeit | Vom Auftragseingang bis zur Auslieferung |
| Wird einmal oder laufend gemessen | Einmal je Produkt oder Variante | Für jeden Auftrag, fortlaufend |
| Verantwortlich | Entwicklung, Produktmanagement, Industrialisierung | Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Logistik |
| Größter Zeitfresser | Freigabeschleifen, Konstruktionsänderungen, Lieferantenqualifizierung | Liegezeiten zwischen den Arbeitsgängen, nicht die Bearbeitung selbst |
| Stellhebel | Parallel statt sequenziell entwickeln, Anforderungen früh festschreiben | Bestände und Losgrößen senken, Engpass entlasten |
Verwandte Begriffe
- First Time Right – Geschwindigkeit ohne Nacharbeit.
- Taktzeit – gibt den Produktionstakt vor.
- Produktionsmanagement – steuert die Fertigung danach.
- Lean Production – die schlanke Fertigungsweise.
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