Parts per Million (PPM): Kennzahl, Berechnung und Praxiseinsatz im Qualitätsmanagement
Parts per Million (PPM) misst die Zahl fehlerhafter Teile bezogen auf eine Million produzierter oder gelieferter Einheiten und macht Fehlerquoten sichtbar, die in Prozent längst nicht mehr unterscheidbar wären. In Serienfertigung, Automobilzulieferung und Medizintechnik ist PPM fester Bestandteil von Qualitätssicherungsvereinbarungen, Lieferantenbewertungen und Six-Sigma-Programmen.
Warum ist der PPM-Wert wichtig?
PPM macht Qualitätsunterschiede sichtbar, die in Prozent verschwinden. Eine Fehlerquote von 0,1 Prozent klingt nach wenig, entspricht in der Automobilindustrie aber 1.000 PPM und löst beim OEM eine Eskalation aus. Zugleich normiert PPM auf eine einheitliche Basis und macht Lieferanten mit sehr unterschiedlichen Losgrößen fair vergleichbar.
Wie wird der PPM-Wert berechnet?
PPM ergibt sich aus einer einfachen Formel: Anzahl fehlerhafter Teile geteilt durch die Gesamtmenge, multipliziert mit einer Million. Wer in einer Charge von 250.000 Stück acht Fehler findet, kommt auf 32 PPM.
Die Formel ist trivial, die Herausforderung liegt in der Datenqualität: Manuelle Erfassung auf Papier liefert systematisch zu niedrige Werte, weil Mikrostillstände und Nacharbeit oft nicht als Fehler gezählt werden.
Was ist der Unterschied zwischen PPM, DPMO und FPY?
PPM zählt fehlerhafte Teile aus Kundensicht: Ein Teil gilt als defekt, sobald es mindestens einen Fehler hat.
DPMO zählt Fehler relativ zu den möglichen Fehlerstellen pro Teil und ist bei komplexen Bauteilen das differenziertere Maß.
First Pass Yield (FPY) gibt an, welcher Anteil den Prozess beim ersten Durchlauf ohne Nacharbeit besteht, und ist eine interne Kennzahl. Wer PPM und DPMO gleichsetzt, unterschätzt die Fehlertiefe in komplexen Prozessen. Verlässlich werden die Zahlen erst durch stabile Erfassung und eine funktionierende Statistical Process Control (SPC).
Wie wird PPM in Lieferantenbeziehung und Audit eingesetzt?
PPM-Zielwerte werden in Qualitätssicherungsvereinbarungen verbindlich vereinbart, in der Automobilindustrie typischerweise zwischen 10 und 50 PPM, bei sicherheitsrelevanten Teilen teils darunter. Die IATF 16949 fordert die systematische Überwachung und Reduzierung der PPM-Rate. In einem Audit zählen weniger Einzelwerte als Trends: Steigt PPM über Monate, ist das ein Risikoindikator, auch wenn der Grenzwert formal noch gehalten wird. Entscheidend ist die Datenbasis dahinter, also Fehlerklassifizierung, Trendanalyse und abgeschlossene Korrekturmaßnahmen.
PPM vs DPMO vs FPY
Drei Kennzahlen, drei Blickwinkel auf Qualität.
| Aspekt | PPM | DPMO | FPY |
|---|---|---|---|
| Zählt | Fehlerhafte Teile | Fehler pro Fehlermöglichkeit | Fehlerfreie Erstdurchläufe |
| Blickwinkel | Extern, Kundensicht | Prozessleistung | Intern, erster Durchlauf |
| Komplexität | Ignoriert Merkmalszahl | Normiert auf CTQ | Ignoriert Merkmalszahl |
| Typischer Einsatz | Lieferantenvereinbarung | Six Sigma | Prozesskontrolle |
Verwandte Begriffe
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- Erstmusterprüfung – ergänzt PPM bei kleinen Losgrößen.
- Qualitätssicherung – der Rahmen der PPM-Überwachung.
- Root Cause Analysis (RCA) – senkt den PPM-Wert an der Ursache.
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