Chargenproduktion: Was sie ist, und wie sie sich von Fließ-und Einzelfertigung unterscheidet
Die Chargenproduktion fertigt eine Gruppe identischer Teile gemeinsam und stellt die Linie danach auf das nächste Produkt um. Sie liegt zwischen der Einzelfertigung, die Einzelstücke herstellt, und der kontinuierlichen Fertigung, die nie stoppt. Chargen bieten Flexibilität und Menge zugleich, um den Preis von Umrüstungen und Beständen zwischen den Läufen.
Warum ist Chargenproduktion wichtig?
Die Chargenproduktion ist wichtig, weil sie eine Linie mehrere verschiedene Produkte fertigen lässt, ohne für jedes eine eigene Linie. Wählen Sie die Chargengröße falsch, zahlen Sie entweder für ständiges Umrüsten oder binden Kapital in Beständen, die zwischen den Läufen liegen. Sie zu verstehen ist der Ausgangspunkt, um Flexibilität, Kosten und Rüstzeit auf einer gemeinsam genutzten Linie auszubalancieren.
Wann passt Chargenproduktion?
Chargen verdienen ihren Platz im Mittelfeld:
- Sie fertigen mehrere Produkte auf derselben Linie, nicht nur eines.
- Die Nachfrage ist stetig genug für einen Lauf, aber nicht für eine eigene Linie.
- Die Rüst- oder Umstellkosten machen winzige Läufe unwirtschaftlich.
- Vielfalt zählt, sodass ein voller kontinuierlicher Fluss zu starr wäre.
Wie unterscheidet sich Chargenproduktion von Fließ- und Einzelfertigung?
Wo sie auf der Skala aus Menge und Vielfalt sitzt. Die Einzelfertigung stellt Einzelstücke her, hohe Vielfalt, geringe Menge. Die kontinuierliche Fertigung fährt ein Produkt ohne Unterbrechung, hohe Menge, geringe Vielfalt. Die Chargenproduktion ist die Mitte: Gruppen desselben Teils, dann eine Umstellung. Der Preis dafür ist die Rüstzeit und der Bestand an unfertigen Erzeugnissen (WIP), der zwischen den Läufen aufläuft. Die Chargengröße in Richtung eins zu senken, mit schnellen Rüstvorgängen, ist ein Lean-Ziel und führt bis zur Losgröße 1.
Chargenproduktion vs Fließ- und Einzelfertigung auf einen Blick
Der Ausgleich zwischen Menge und Vielfalt.
| Aspekt | Charge | Fließfertigung | Einzelfertigung |
|---|---|---|---|
| Menge | Mittel | Hoch | Gering |
| Vielfalt | Mittel | Gering | Hoch |
| Läufe | Gruppen, dann Wechsel | Ohne Unterbrechung, ein Produkt | Einzelstücke |
| Preis | Umrüsten, WIP | Starr, schwer zu variieren | Teuer je Stück |
Verwandte Begriffe
- Pull-Prinzip – drückt die Chargengröße nach unten.
- Lead Time – das Chargenbilden verlängert sie.
- SMED – kürzere Rüstvorgänge erlauben kleinere Chargen.
- 7 Verschwendungsarten (7 Muda)
- Push
- Rezepturverwaltung (Recipe Management)