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Pre-Commissioning: Vorinbetriebnahme, Ablauf und Abgrenzung zur Inbetriebnahme

Pre-Commissioning, auf Deutsch Vorinbetriebnahme, prüft eine fertig montierte Anlage kalt und spannungsfrei, nach der mechanischen Fertigstellung und vor der eigentlichen Inbetriebnahme. Es beweist, dass alle Systeme sauber, dicht, kalibriert und dokumentiert bereitstehen. Die Inbetriebnahme ist die nächste Stufe, in der die Anlage unter echten Prozessmedien läuft. Pre-Commissioning ist das Stück dazwischen, das einen schlechten Start verhindert.

Warum ist ein Pre-Commissioning wichtig?

Pre-Commissioning verhindert, dass Fehler erst unter Medien und Spannung auffallen, wo ihre Behebung langsamer, teurer und gefährlicher ist. Eine saubere, dokumentierte Vorprüfung schützt Zeitplan und Sicherheit beim Anlauf und sorgt für eine belastbare Übergabe in die Inbetriebnahme.

Was passiert im Pre-Commissioning?

Pre-Commissioning startet, sobald der Nachweis der mechanischen Fertigstellung (MC) ausgestellt ist und die Bauleitung an das Inbetriebnahme-Team übergibt. Jeder Schritt läuft hier ohne Betriebsmedien, das Ziel ist eine sicher einschaltbare Anlage:

  • Spülen und Reinigen. Schweißreste, Zunder und Schmutzpartikel werden aus den Leitungen gewaschen, bevor etwas hindurchläuft.
  • Drucktests belegen, dass Rohrleitungen und Behälter dicht sind, pneumatisch oder hydraulisch, mit dokumentiertem Nachweis.
  • Kalibrierung: jeder Messumformer, jedes Ventil so geprüft, dass es richtig anzeigt und reagiert.
  • Elektrische Isolationsmessungen an Motoren und Schaltanlagen, bevor Spannung angelegt wird.
  • Regelkreisprüfungen bestätigen jeden Mess- und Regelkreis vom Feldgerät bis zur Steuerung.
  • Zuletzt: jeder offene Punkt kommt als Mängelpunkt auf die Mängelliste. Nichts wird per Handschlag weitergereicht.

Wie unterscheiden sich Pre-Commissioning, Inbetriebnahme und Anlauf?

Die drei Phasen bauen aufeinander auf. Pre-Commissioning heißt: statische, stromlose Prüfungen ohne Prozessmedien. Dann kommt die Inbetriebnahme: dynamische Tests unter realen Bedingungen mit Medien, die nächste Stufe im Inbetriebnahmeprozess. Zuletzt der Anlauf, der Erstbetrieb im Produktionsmodus. Die Grenze, die viele verfehlen, ist die Beaufschlagung mit Medien: sobald Prozessgas, Dampf oder Chemikalie im System ist, ist Pre-Commissioning vorbei.

Wo scheitert Pre-Commissioning am häufigsten?

An einer Mängelliste auf Papier und am Zeitdruck zum Projektende. Statische Prüfungen werden abgehakt, ein paar Mängelpunkte als unbedeutend eingestuft und ins Functional Testing geschoben, und genau die eskalieren später zu Stillständen. Ungespülte Leitungen zerstören Pumpendichtungen Stunden nach dem Erstbetrieb, fehlende Drucktestprotokolle blockieren die Abnahme. Eine geschlossene, nachvollziehbare Mängelliste ist der Unterschied zwischen einer sauberen Übergabe ins Post-Commissioning und einem stockenden Anlauf.

Wo Pre-Commissioning in der Übergabe sitzt

Vier Phasen, und die eine Frage, die Ihnen sagt, in welcher Sie sind.

PhaseMedien im System?Was sie beweistWas Sie bekommen
Mechanische FertigstellungNeinGebaut nach ZeichnungFertigstellungsnachweis (MC)
Pre-CommissioningNeinStatische Prüfungen bestandenGeschlossene Mängelliste
InbetriebnahmeJaLäuft nach SpezifikationSystem abgenommen
AnlaufIn BetriebStabiler ProduktionsbetriebBetriebsbereitschaft

Kostenlose Pre-Commissioning-Prüfliste mit Mängelverfolgung

Die Prüfliste trennt die statischen Prüfungen von den Funktionsprüfungen, weist jedem offenen Punkt einen Verantwortlichen und ein Fälligkeitsdatum zu und hält fest, welche kritischen Mängel (Kategorie A) vor der Inbetriebnahme geschlossen sein müssen. Checkliste herunterladen (PDF). Sie können die Checkliste auch digital in flowdit auf Handy, Tablet oder PC ausfüllen.

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