...

Home » Glossar » Leerlaufzeit

Leerlaufzeit: Bedeutung, Ursachen und Abgrenzung zur Ausfallzeit

Leerlaufzeit ist die Zeit, in der eine Maschine betriebsbereit ist, aber nicht produziert, weil kein Auftrag, kein Material oder der nächste Prozessschritt fehlt. Sie ist damit ein Flussproblem, kein technisches Problem: Die Anlage könnte laufen, hat aber nichts zu tun. Das trennt sie von der Ausfallzeit, in der die Maschine technisch gar nicht laufen kann.

Warum ist Leerlaufzeit wichtig?

Leerlaufzeit ist Kapazität, die Sie bezahlen, aber nicht nutzen: eine Maschine oder ein Mitarbeiter, bereit zu laufen, aber ohne Arbeit. Anders als ein Defekt fällt sie leicht durch, weil nichts kaputt ist, und deckelt trotzdem still den Ausstoß und treibt die Stückkosten hoch. Im Lean Manufacturing gilt sie als eine der sieben Verschwendungsarten, und sie getrennt von der Ausfallzeit zu messen zeigt, wie viel Verlust wirklich am Fluss liegt und nicht an der Technik.

Was verursacht Leerlaufzeit?

Leerlaufzeit entsteht fast immer durch ein Fluss- oder Versorgungsproblem weiter vorne in der Kette:

  • Fehlendes Material, weil keine Teile ankommen, an denen gearbeitet werden könnte.
  • Ein Engpass weiter vorne, der die Arbeit noch nicht weitergegeben hat.
  • Warten auf einen Rüstvorgang, eine Freigabe oder eine Anweisung.
  • Eine unausgeglichene Linie, in der eine Station die nächste überholt.

Worin unterscheiden sich Leerlaufzeit und Ausfallzeit?

Entscheidend ist, ob die Maschine laufen könnte. Ausfallzeit bedeutet, dass die Anlage nicht laufen kann, da sie defekt ist, gewartet wird oder auf Reparatur wartet. Leerlaufzeit bedeutet, dass sie einwandfrei laufen könnte, aber nichts zu tun hat. In der OEE schlägt Ausfallzeit auf die Maschinenverfügbarkeit, Leerlaufzeit dagegen auf den Leistungsfaktor der OEE. Genau deshalb bleibt sie in vielen Berichten unsichtbar. Ausfallzeit gehen Sie mit Instandhaltung und Zuverlässigkeit an, Leerlaufzeit, indem Sie den Fluss ausbalancieren.

Leerlaufzeit vs Ausfallzeit

Stillstand ohne Auftrag, Stillstand trotz Auftrag.

AspektLeerlaufzeitAusfallzeit
Zustand der AnlageBetriebsbereit, produziert aber nichtNicht betriebsbereit
AuslöserKeine Aufträge, Schichtplan, Wartestellung vor dem EngpassStörung, Defekt, Reparatur, geplante Instandhaltung
PlanbarkeitAus Auftragslage und Kapazitätsplanung ableitbarNur der geplante Anteil, der Rest trifft unangekündigt
Wirkung auf KennzahlenLiegt meist außerhalb der OEE-Bezugszeit und senkt den AnlagennutzungsgradSenkt direkt die Verfügbarkeit und damit die OEE
ZuständigPlanung und DispositionInstandhaltung
AnsatzpunktKapazitäten am Takt ausrichten, Losgrößen und Belegung anpassenUrsachenanalyse, vorbeugende und zustandsbasierte Instandhaltung

Verwandte Begriffe

Zu viele Prozesse auf Papier und in Excel?
Prüfungen, Audits, SOPs und Maßnahmen zentral digital steuern.

Screenshot von flowdit-Anwendung