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6S-Methode: Was sie ist, der sechste Schritt Sicherheit und die Abgrenzung zu 5S

Die 6S-Methode strukturiert den Arbeitsplatz in sechs Schritten: Sortieren, Ordnen, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin und Sicherheit. Sie erweitert das klassische 5S-System um Arbeitssicherheit als eigenständigen, messbaren Schritt. Der Unterschied zu 5S liegt genau in diesem sechsten S: Sicherheit gilt nicht als Nebenprodukt der Ordnung, sondern als eigene Aufgabe mit eigenen Kennzahlen und Prüfpunkten.

Warum lohnt sich die 6S-Methode?

Die 6S-Methode senkt Suchzeiten und Unfallrisiko in einem Zug, weil sie Ordnung und Sicherheit im selben System verankert. Wer säubert, inspiziert, und wer Wege markiert und Gefahrstellen sichert, verhindert Stolpern und Kollisionen strukturell statt durch Appelle. In Produktion, Instandhaltung und Bau ist das die praxisnähere Wahl gegenüber reinem 5S.

Was unterscheidet 6S von 5S, und wann passt welches System?

6S ergänzt das 5S-System um den Schritt Sicherheit. Das klingt klein, ändert aber die Logik: Sicherheit bekommt eigene Kennzahlen, Prüfpunkte und Verantwortliche. 5S passt für Bereiche mit geringem Gefährdungspotenzial wie Büro oder Lager. 6S ist die richtige Wahl, sobald Maschinen, Gefahrstoffe, Flurförderzeuge oder körperliche Risiken im Spiel sind. Gemessen wird der gelebte Standard in beiden Fällen über das 5S-Audit, nur um die Sicherheitspunkte erweitert.

Wie läuft die Einführung der 6S-Methode ab?

Eine 6S-Einführung beginnt nie im ganzen Betrieb gleichzeitig, sondern in einem Pilotbereich:

  • Ist-Analyse: Arbeitsplatz fotografieren, Problembereiche festhalten.
  • Sortieren: Nicht Benötigtes in die Red-Tag-Zone, den Rest entsorgen.
  • Ordnen: Fester Platz je Werkzeug, Schattenbretter und Bodenmarkierungen.
  • Säubern: Reinigungspläne mit klaren Verantwortlichkeiten, Reinigen als Inspektion.
  • Standardisieren: Checklisten und visuelle Standards für jede Schicht.
  • Selbstdisziplin: regelmäßige Audits und kurze Schichtübergaben.
  • Sicherheit: Gefährdungsbeurteilung, PSA-Stationen, Sicherheits-KPIs im täglichen Shopfloor-Gespräch.

Wie wird Sicherheit als sechstes S umgesetzt?

Sicherheit im 6S-System heißt nicht, Regeln aufzuhängen, sondern Gefährdungen systematisch zu identifizieren und baulich oder organisatorisch zu beseitigen. Konkret sind das eine Gefährdungsbeurteilung für den Bereich, gekennzeichnete Gefahrstofflager, feste PSA-Stationen, Bodenmarkierungen für Geh- und Fahrwege und ein tägliches Sicherheits-Kurzgespräch. Ein Sicherheitskreuz zeigt, wann zuletzt ein Vorfall auftrat, und schafft Bewusstsein, ohne Druck aufzubauen.

Woran scheitert S in der Praxis?

Die häufigste Ursache ist strukturell, nicht methodisch:

  • 6S wird als Einmalaktion statt als fortlaufender Prozess geführt, danach fehlt der Auditrhythmus.
  • Kein Pilotbereich: Ein Rollout im ganzen Werk gleichzeitig überfordert die Organisation.
  • Sicherheit wird zuletzt und nur als Checklisten-Pflicht behandelt statt als Risikoanalyse.
  • Führungskräfte leben den Standard nicht vor und sprechen Abweichungen nicht an.

5S vs 6S im Überblick

Der Unterschied liegt im sechsten Schritt.

Aspekt5S6S
Schritte56
Sicherheitimplizit, als Folge der Ordnungeigener Schritt mit Kennzahlen
Passt fürBüro, Lager, geringe GefährdungProduktion, Bau, Gefahrstoffe
KennzahlenOrdnungsscoreOrdnungsscore plus Sicherheits-KPIs

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