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Manufacturing Execution System (MES): Definition, Funktionen und Abgrenzung zum ERP

Ein Manufacturing Execution System (MES) führt die Produktion auf dem Shopfloor aus und zeichnet sie auf: Es übernimmt den Plan, setzt ihn um und verfolgt Fertigung, Qualität und Leistung in Echtzeit. Es sitzt zwischen dem ERP, das das Geschäft plant, und den Maschinen. Das ERP entscheidet, was produziert wird; das MES sorgt dafür, dass es passiert, und hält fest, wie.

Warum ist ein MES wichtig?

Ein MES schließt die Lücke zwischen dem, was das Geschäft plant, und dem, was auf dem Shopfloor tatsächlich passiert. Ohne MES werden Produktionsdaten spät und auf Papier erfasst, und die Führung reagiert immer auf gestern. Da ein Manufacturing Execution System Aufträge, Qualität und Leistung in Echtzeit verfolgt, liefert es ein aktuelles, genaues Bild der Produktion und die Rückverfolgbarkeit, auf die regulierte Branchen angewiesen sind.

Was macht ein MES?

Ein MES macht aus dem Plan verfolgte Realität auf der Fläche:

  • Es steuert Fertigungsaufträge an die Linie und verfolgt ihren Fortschritt.
  • Es erfasst Produktionsdaten, Stückzahlen und Zykluszeiten, während sie entstehen.
  • Es erzwingt den Prozess: das richtige Rezept oder die richtige Anweisung an jedem Schritt.
  • Es erfasst Qualität und Herkunft, sodass jede Einheit rückverfolgbar bleibt.
  • Es meldet die reale Leistung nach oben, etwa für Kennzahlen wie OEE.

Wie unterscheidet sich ein MES von ERP und MOM?

Drei Rollen greifen ineinander.

 

Das ERP plant die wirtschaftlichen Abläufe: Kundenaufträge, Materialbedarf, Einkauf, Bestände und Finanzen. Das MES übersetzt diese Planung in konkrete Produktionsaufträge, bringt sie an die richtigen Arbeitsplätze und erfasst, was tatsächlich gefertigt wurde.

 

Manufacturing Operations Management, kurz MOM, bildet den übergeordneten Ansatz. Es verbindet die Produktionsausführung mit Qualität, Instandhaltung, Personal und Leistungskennzahlen.

 

Das MES ist dabei ein zentraler Bestandteil des MOM und übernimmt die operative Steuerung auf dem Shopfloor.

 

Kurz gesagt: Das ERP gibt vor, was und wann produziert werden soll. Das MES organisiert und dokumentiert die Ausführung. MOM sorgt dafür, dass Produktion, Qualität und Instandhaltung als zusammenhängendes System gesteuert werden.

 

Der Ablauf beginnt meist mit einem Fertigungsauftrag aus dem ERP. Das MES übernimmt diesen Auftrag, plant die einzelnen Arbeitsschritte ein und stellt den Stationen die benötigten Informationen, Materialien und Vorgaben bereit.

MES vs ERP vs MOM im Überblick

Planen, ausführen, steuern.

AspektMESERPMOM
AufgabeAuf der Fläche ausführenDas Geschäft planenDen Betrieb steuern
ZeithorizontEchtzeitTage bis MonateLaufend
DatenWas gerade passiertAufträge und FinanzenDomänenübergreifende Sicht
EbeneShopfloorGeschäftÜber dem MES

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