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OEE – Gesamtanlageneffektivität: Definition, Formel & Relevance

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OEE – Gesamtanlageneffektivität: Definition, Formel & Relevance

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Zwei Ingenieure überwachen Maschinen und analysieren Daten zur Gesamtanlageneffektivität (OEE)

Zusammenfassung: Die OEE (Overall Equipment Effectiveness/Gesamtanlageneffektivität) ist eine zentrale Kennzahl zur Messung der Produktionseffizienz. Sie berechnet sich aus drei Faktoren: Verfügbarkeit (geplante vs. tatsächliche Produktionszeit), Leistung (Soll- vs. Ist-Geschwindigkeit) und Qualität (fehlerfreie vs. Gesamtproduktion). Die OEE wird weltweit in der Fertigung eingesetzt, um Produktionsverluste systematisch zu identifizieren und zu reduzieren. Studien zeigen Effizienzsteigerungspotenziale von bis zu 25%¹, was zu Kostensenkungen, verbesserter Produktqualität und gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit führt.

¹ (Jonsson & Lesshammar, 1999 – Evaluation and improvement of manufacturing performance measurement systems – the role of OEE.).

Was verbirgt sich hinter der Kennzahl Overall Equipment Effectiveness (OEE) ?

Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) bzw. Gesamtanlageneffektivität ist eine Kennzahl zur Messung der Effizienz von Produktionsanlagen. Die OEE setzt sich aus den drei Hauptfaktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität zusammen, und ermittelt den Prozentsatz qualitativ einwandfreier Teile im Verhältnis zur maximal möglichen Produktion. Dadurch werden sowohl ungeplante Verluste als auch geplante Stillstände sichtbar. Instandhaltungsmanager erhalten so eine klare Übersicht über die Soll-Leistung und die tatsächliche Effektivität ihrer Anlagen. Zur Verbesserung der OEE werden systematische Methoden wie Six Sigma und Lean eingesetzt. Diese Ansätze optimieren Produktionsprozesse und fördern eine effektive Instandhaltung und Wartung der Anlagen.

Wie hat sich die OEE seit ihrer Einführung entwickelt?

Die OEE wurde vom Japan Institute of Plant Maintenance (JIPM) als zentrale Messgröße im Rahmen des Total Productive Maintenance (TPM)-Konzepts entwickelt. TPM wurde 1971 eingeführt und bindet Mitarbeiter aktiv in die Instandhaltung ein. Die OEE-Kennzahl wurde ab 1982 bekannt und etablierte sich bis 1988 weltweit in der Industrie. Ihr Ziel ist die systematische Identifikation von Schwachstellen in Produktionsprozessen, um durch gezielte Optimierungsmaßnahmen die Effizienz zu steigern und Verschwendung zu reduzieren.

Wie steigern Sie Ihre Gesamtanlageneffektivität (OEE)?

CMMS Maintenance Software optimiert Wartungsstrategien, reduziert Stillstände und maximiert die Anlagenverfügbarkeit.

Der Nutzen von OEE 

Die Instandhaltungskennzahl OEE wird berechnet, um die Effizienz und Produktivität von Produktionsanlagen zu maximieren. Durch die Erfassung von Leistungskennzahlen werden ungeplante Verluste wie Stillstandszeiten, Materialengpässe oder Qualitätsprobleme sichtbar gemacht. Das Ziel der OEE-Berechnung ist es, Verluste zu minimieren, um die Betriebszeit der Anlagen zu verlängern und die Produktivität zu steigern.

Six Big Losses: Die sechs Hauptverluste in der Produktion

Ein wesentlicher Bestandteil der OEE sind die “Six Big Losses”, also die sechs wesentlichen Ursachen für Effizienzverluste in der Produktion. Diese umfassen:

  1. Ungeplante Ausfälle
  2. Umrüstzeiten, um Anlagen oder Prozesse auf neue Produktionsanforderungen umzustellen
  3. Verringerte Arbeitsgeschwindigkeiten
  4. Häufige kurze Unterbrechungen
  5. Ausschuss
  6. Verluste, die beim Hochfahren der Produktion entstehen

Welche Faktoren beeinflussen die OEE?

Die OEE lässt sich durch drei zentrale Faktoren messen: Verfügbarkeitsfaktor, Leistungsfaktor und Qualitätsfaktor. Jeder dieser Faktoren ist entscheidend für die Optimierung der Produktionsabläufe und die Maximierung der Effizienz der Anlagen.

Verfügbarkeit

Dieser Wert misst das Verhältnis zwischen der geplanten Produktionszeit und der tatsächlichen Betriebszeit der Anlage. Ungeplante Ausfälle, wie technische Störungen, Wartungsarbeiten oder Personalmangel, verringern die Verfügbarkeit. Auch notwendige Rüstzeiten, etwa für Umstellungen oder Reinigungsarbeiten, senken die verfügbare Produktionszeit. Eine optimale Verfügbarkeit ist dann gegeben, wenn die Anlage über den gesamten geplanten Zeitraum ohne Unterbrechungen in Betrieb ist.

Leistung

Neben der Verfügbarkeit beeinflusst auch die tatsächliche Leistung der Anlage den Gesamteffizienzgrad. Leistungsverluste entstehen durch kleine Stopps oder einen Betrieb unter der maximal möglichen Geschwindigkeit. Diese Unterbrechungen können durch falsche Einstellungen, Störungen im Materialfluss oder abgenutzte Anlagenteile verursacht werden. Eine hohe Leistung bedeutet, dass die Anlage ohne Geschwindigkeitsverluste kontinuierlich arbeitet.

Qualität

Der Qualitätsfaktor bewertet, wie viele der produzierten Teile den Qualitätsanforderungen entsprechen. Ausschuss oder fehlerhafte Teile, die nachgearbeitet werden müssen, mindern diesen Faktor. Fehler entstehen durch ungenaue Geräteeinstellungen oder Prozessstörungen, vor allem während der Start- oder Rüstphase einer Produktion. Eine hohe Qualität erreicht man, wenn der Anteil fehlerfreier Teile hoch ist und keine Nacharbeit erforderlich wird.

Berechnung der Kennzahl OEE 

Die OEE (Overall Equipment Effectiveness) wird durch die Multiplikation der drei Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität berechnet:

  • OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität

Verfügbarkeitsfaktor

Der Verfügbarkeitsfaktor berechnet sich als das Verhältnis der Betriebszeit zur geplanten Produktionszeit:

  • Verfügbarkeit = Betriebszeit / Geplante Produktionszeit

Leistungsfaktor

Der Leistungfaktor misst die Produktionsgeschwindigkeit im Verhältnis zur maximal möglichen Geschwindigkeit:

  • Leistung = Tatsächliche Produktionsgeschwindigkeit / Maximale Produktionsgeschwindigkeit

Qualitätsfaktor

Der Qualitätsfaktor berücksichtigt den Anteil der fehlerfreien Produkte an der Gesamtproduktion:

  • Qualität = Fehlerfreie Produkte / Gesamtproduktion

Ungeplante Verluste

Ungeplante Verluste werden durch folgende Formel berechnet:

  • Ungeplante Verluste = Kalenderzeit – (Betriebszeit + Geplante Stillstände)

Welche Maßnahmen steigern Ihre OEE?

Die Optimierung der OEE ist entscheidend, um die Produktivität in der Fertigung zu steigern und die Effizienz der Produktionsanlagen zu maximieren. Dabei sind verschiedene Faktoren für eine kontinuierliche Verbesserung der Anlagenleistung relevant:

1. Ermittlung ungeplanter Verluste

Die Identifikation ungeplanter Verluste hilft, Störungen und ineffiziente Prozesse in der Produktion aufzudecken. Durch die Minimierung dieser Verluste kann die Anlagenverfügbarkeit erhöht und die Produktionskontinuität gesichert werden.

2. Einfluss des OEE-Werts

Der OEE-Wert liefert ein umfassendes Bild der Anlagenleistung, indem er Stillstandszeiten, Produktionsgeschwindigkeit und Qualitätsverluste berücksichtigt. Eine genaue Messung ermöglicht es, Engpässe zu erkennen und gezielte Verbesserungen durchzuführen.

3. Verlustanalyse und Maschinendaten

Die Analyse von Maschinendaten bietet wertvolle Einblicke in Ursachen von Produktionsfehlern und Unterbrechungen. Diese Informationen unterstützen Unternehmen dabei, Maßnahmen zu planen und die Effizienz ihrer Maschinen zu erhöhen. Ermitteln Sie die Hauptursachen für den Ausfall in Industrieanlagen, um Ihre  Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen und die Produktionskontinuität zu sichern.

4. Betriebszeit und Wiederherstellungszeit

Die Betrachtung der Betriebszeit sowie der Wiederherstellungszeit nach Störungen ermöglicht die Implementierung gezielter Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Dies trägt zur Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit und -leistung bei.

5. Optimierung der Betriebs- und Wiederherstellungszeiten

Methoden wie Lean Management und SMED unterstützen die kontinuierliche Verbesserung der OEE. Durch die Anwendung solcher Ansätze können Produktionsprozesse optimiert und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden.

Mit datengetriebenen Erkenntnissen zu einer höheren OEE

Ein entscheidender Faktor für die Optimierung der OEE ist die datengestützte Entscheidungsfindung. Nur durch präzise Messungen und Analysen lassen sich konkrete Verbesserungspotenziale aufdecken. Die Integration von Systemen, die Maschinendaten in Echtzeit erfassen und auswerten, schafft Transparenz und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf ineffiziente Prozesse.

flowdit bietet Ihnen die nötige Infrastruktur, um Ihre Anlagenleistung zuverlässig zu überwachen und proaktive Maßnahmen zur Verbesserung der OEE zu ergreifen.


Weitere Informationen können Sie in einer persönlichen Produkt-Demo erhalten.

FAQ | Gesamtanlageneffektivität

Die Gesamtanlageneffektivität ist eine Kennzahl, um die Effizienz einer Fertigungsanlage zu bewerten. Sie berücksichtigt Verfügbarkeit, Leistung und Qualität, um die Gesamtproduktivität zu messen.

OEE misst die Gesamtanlageneffektivität, doch für eine detaillierte Analyse sind weitere Kennzahlen entscheidend. Die mittlere Ausfallzeit (MTBF) hilft dabei, die Zuverlässigkeit von Maschinen zu bewerten und ungeplante Stillstände besser zu verstehen. In Kombination mit der mittleren Reparaturzeit (MTTR) können Unternehmen gezieltere Instandhaltungsstrategien entwickeln.

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität

  • Verfügbarkeit: Prozentualer Anteil der tatsächlich genutzten Produktionszeit an der geplanten Produktionszeit.
  • Leistung: Prozentualer Anteil der tatsächlichen Produktionsgeschwindigkeit im Vergleich zur idealen Produktionsgeschwindigkeit.
  • Qualität: Prozentualer Anteil der produzierten Teile, die den Qualitätsanforderungen entsprechen.

Die Messung der OEE ermöglicht es Unternehmen, ineffiziente Prozesse und Produktionsverluste zu identifizieren. Langfristig führt eine OEE-Messung zu verbesserter Produktionseffizienz, geringeren Kosten und höherer Produktqualität.

Die OEE sollte regelmäßig gemessen werden, idealerweise täglich oder wöchentlich, um schnell auf Abweichungen reagieren zu können und langfristige Trends zu erkennen.

Die OEE berücksichtigt drei zentrale Aspekte der Produktion: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität, während andere Kennzahlen oft nur einzelne Faktoren wie die Produktionsgeschwindigkeit oder Energieverbrauch erfassen.

  • Steigerung der Produktionskapazität
  • Reduzierung von Ausfallzeiten und Produktionsverzögerungen
  • Erhöhung der Produktqualität
  • Bessere Nutzung von Anlagen und Ressourcen, was zu Kosteneinsparungen führt.
  • Ungeplante Anlagen- und Maschinenstillstände
  • Ineffiziente Wartungs- und Reperaturprozesse
  • Lange Rüstzeiten bei Maschinenwechseln
  • Qualitätsprobleme
  • Einführung vorbeugende Wartungspläne
  • Optimierung der Produktionsprozesse und -geschwindigkeit
  • Schulung des Personals, um Stillstände und Fehler zu reduzieren
  • Implementierung von Überwachungs- und Analysesoftware zur Echtzeit-Überwachung
  • Veraltete Anlagen, Maschinen und Systeme
  • Fehlende Datenintegration 
  • Unzureichende Schulungen der Mitarbeiter im Umgang mit neuen Technologien

Image: Adobe Stock – Copyright: © industrieblick – stock.adobe.com

Marion Heinz
Editor
Content writer with a background in Information Management, translating complex industrial and digital transformation topics into clear, actionable insights. Keen on international collaboration and multilingual exchange.

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